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Brasilien:
Projekt zum Schutz der Rotschwanzamazone

Rotschwanzamazone

Eine der letzten Zufluchtsstätten für die Rotschwanzamazone (Amazona brasiliensis, Foto: G. Ehlers), deren Gesamtbestand etwa 5.000-5.500 Tiere beträgt, ist der Superagui-Nationalpark im Südosten Brasiliens. Die letzten Reste ihres Lebensraums, des Atlantischen Regenwaldes, sind durch Abholzung zur Anlage von Bananenplantagen und Weideflächen für Wasserbüffel sowie auch den Bau von Wochenendhäusern trotz zunehmend besserem Schutz weiterhin gefährdet. Ein weiteres Problem für die lange Zeit wenig bekannte Art kam erst in den letzten 25 Jahren auf: der illegale Fang für den internationalen Schwarzmarkt. Papageien an sich sind schon seit langer Zeit sehr beliebt für die Heimtierhaltung. Seltenheitsjäger und Sammler sind jedoch hinter bedrohten Arten wie der Rotschwanzamazone her.

In einer Verhaltensweise ähnelt die Rotschwanzamazone dem modernen Menschen des 21. Jahrhunderts: Sie pendelt täglich zwischen ihrem Tagesaufenthaltsort und ihrem Schlafgebiet. Seit jeher schlafen und nisten die Tiere auf den Inseln Superagui, Ilha Comprida und Ilha do Mel im Grenzgebiet der brasilianischen Bundesstaaten Paraná und São Paulo. Allerdings finden sie dort nicht die Früchte und Samen, die sie als Nahrung brauchen. Für die Erhaltung der Rotschwanzamazone ist es also wichtig, sowohl die Schlaf- und Brutplätze auf den Inseln als auch die Futterplätze auf dem angrenzenden Festland zu sichern. Nur so wird man auch weiterhin das farbenprächtige allabendliche Schauspiel beobachten können, wenn die Schwärme ihren Heimflug vom Festland zu den Inseln antreten.

Die ZGAP erkannte früh den Handlungsbedarf zum Schutz dieser Art und finanzierte (unter anderem durch ihren Fonds für bedrohte Papageien) schon seit den früher 1990er Jahren ausgewählte Erhaltungsprojekte brasilianischer Biologen. Die beiden großen Schwerpunkte bildeten dabei ökologische Studien und Umweltbildung der Bevölkerung.

Im Jahr 1997 wurde ein erweitertes Schutzprojekt in Zusammenarbeit mit der Loro Parque Fundación (LPF) und dem Dresdner Zoo gestartet. Einerseits werden die Ökologie der Amazone untersucht und die Populationserfassung an den Nistplätzen stets aktualisiert. Andererseits wurden aufwendige Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Umwelterziehung und Artenschutz initiiert, Handwerksseminare mit dem Schwerpunkt lokale Tierarten abgehalten sowie eine Schulgärtnerei und die "Young Artisan School" gegründet. Dies soll dazu dienen, die Einheimischen stärker für ihre Umwelt und die dort vorkommenden Tiere, wie die Rotschwanzamazone, zu sensibilisieren und in den aktiven Schutz einzubinden.

Die Aktivitäten werden derzeit dank der fortlaufenden Förderung durch die LPF fortgesetzt, mit der die ZGAP eine lange freundschafltiche Zusammenarbeit verbindet.